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"Dynamische Einsätze verlangen dynamische Strategien"

12. Konferenz der Rettungsdienste tagte im Kanton Thurgau

Bild: Die Referenten der 12. Rettungskonferenz 2017.
Massenanfall von Verletzten oder Erkrankten bei taktischen Lagen (MANV), das war das aktuelle Thema der diesjährigen Rettungskonferenz, die unter der Schirmherrschaft der Kommission Gesundheit und Soziales der Internationalen Bodensee Konferenz (IBK) am 18. Januar stattfand. 130 Funktionäre, Delegierte und Gäste aus der Schweiz, Deutschland, Österreich und Liechtenstein kamen dazu in den Kanton Thurgau und tauschten sich über Strategien bei brisanten Lagen anhand realer Vorfälle aus.

„Wer nach einer hilfreichen Hand Ausschau halten will findet sie am besten am Ende des eigenen Arms", mit diesem markanten Sprichwort eröffnete und begrüßte Regierungsrat Dr. Jakob Stark vom Departement für Finanzen und Soziales des Kantons Thurgau die 130 Teilnehmenden und Verantwortlichen der luft-, boden- und wassergebundenen Rettungsdienste sowie der Polizei beim zwölften Austauschtreffen der Rettungsdienste im Bodenseeraum, das dieses Jahr in der Kartause Ittingen im Kanton Thurgau stattfand. „Wer allerdings in Seenot gerät, kann mit der eigenen Hand nicht mehr viel ausrichten", relativierte Stark seine einleitenden Worte, „Dann ist man auf die Hilfe der Rettungsdienste angewiesen und froh über deren koordiniertes Zusammenspiel. Ein jährlicher, fachlicher Austausch ist somit kein ‚nice to have‘, sondern in einer Grenzregion wie dem Bodenseeraum notwendig", so Stark.

Auf gegenseitige Hilfe angewiesen

Beim Thema Taktische Lagen im Rettungsdienst geht es um die Organisation und Einsatztaktik, wenn z.B. durch einen Amoklauf viele Verletzte gleichzeitig und an verschiedenen Orten versorgt werden müssen. „Wenn es um solche Ereignisse geht, ist es gut, wenn die Zusammenarbeit auch grenzüberschreitend funktioniert und wir uns gegenseitig helfen können", so der Vorsitzende der Kommission Gesundheit und Soziales, Dr. Andreas Vögeli Departementssekretär vom Departement des Innern vom Kanton Schaffhausen. Er begrüßte die aktuelle Themenwahl für die Tagung. „Auch die Bodenseeregion ist vor solchen Ereignissen nicht mehr gefeit und man wäre schnell auf gegenseitige Hilfe angewiesen", sagte Vögeli.

„Köpfe und Kompetenzen kennen"

Aus erster Hand erhielten die Teilnehmenden einen eindrücklichen Bericht von Michael Storz (Vortrag) und Peter Hornburger (Workshop) von der Berufsfeuerwehr München über den Einsatz bei einem Amoklauf im Juli 2016 in einer Münchner McDonalds Filiale. „Vorbereitung sei alles", konstatierte Michael Storz im Rückblick der Ereignisse und ergänzte: „Die Konzepte haben sich bewährt und viele wichtige Dinge konnten ‚automatisch‘ ablaufen. Denn zwischen der Theorie in der Ausbildung und einem realen Einsatz in solch einer Extremlage spielen diese eine wichtige Rolle." Allerdings seien die Konzepte zwischen der Polizei und den Rettungskräften dringend aufeinander abzustimmen.

Oliver Kustermann von der Rettung St.Gallen war im vergangenen Sommer mit einem Amoklauf in einem Zug in Salez im Kanton St.Gallen konfrontiert. Als Einsatzleiter stellte er den Teilnehmern der Konferenz das MANV-Konzept der IG Nord (Interessensgemeinschaft der Nordostschweizerischen Rettungsdienste) vor und wie die Ereignisse aus Sicht der eintreffenden Rettungskräfte abliefen.

Heinz Jaeggi von der Schutz und Rettung Zürich stellte ein Konzept zum einheitlichen Vorgehen bei Risikoeinsätzen vor, wo z.B. Rettungsteams aus vier bis sechs Polizisten und zwei Rettungssanitäter bestehen, die von der Polizei ausgestattet werden. Heinz Jaeggi ist davon überzeugt, dass „dynamische Ereignisse, dynamische Strategien verlangen, mit einer übergeordneten Koordination und Kommunikation, wenn mehrere Ereignisse an verschiedene Orten stattfinden".

Klaus Achtelstetter (Vortrag) und Klaus Müller (Workshop) von der Wasserschutzpolizei und der Wasserwacht Lindau berichteten über den Ablauf und Probleme bei taktischen Lagen bei nationalem oder internationalem Seenotalarm, die in einer Musterdienstanweisung geregelt sind. Was alles hätte passieren können, aber zum Glück nicht eintraf, machten Sie anhand eines Einsatzes mit dem Fahrgastschiff „MS Lindau" im September 2015 deutlich, wo 63 Passagiere auf ein größeres Fahrgastschiff evakuiert werden mussten.

Nächstes Treffen in Planung

„Die Treffen der IBK sind für die Rettungsdienste ein elementarer Bestandteil bei der Vernetzung", so die Meinung von Oliver Kustermann von der Rettung St.Gallen an der Tagung. „Und dass man bei einer möglichen internationalen taktischen Lage nicht nur die ‚Köpfe‘ kennt, sondern auch deren Kompetenzen", so Kustermann.

Organisiert wurde das diesjährige Treffen von Harry Huber, Koordinator des Rettungswesens im Kanton Thurgau. Ein weiteres Treffen im kommenden Jahr ist bereits in Planung und soll am 17. Januar 2018 in Lindau stattfinden.

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